Was passiert mit den süßen Fohlen, die beim Urlaub auf dem Bauernhof die Kinderherzen entzücken, wenn sie größer werden? Warum sind sie im Folgejahr nicht mehr da, und was passiert mit ihnen?
Kinder lieben Urlaub auf dem Bauernhof. Vor allem dann, wenn es dort Pferde gibt zum Reiten und Fohlen zum Streicheln. Und für viele Bauern sind diese Familienurlauber heutzutage keine unbedeutende Existenzgrundlage. Doch jedes Jahr im Herbst stellt sich ein Problem: Wohin mit den Fohlen?
In Süddeutschland und auch in Österreich gibt es inzwischen viele Ferienhöfe mit kleinen Hobbyzuchten. Doch nur ein Prozent der männlichen Haflingerfohlen, die jedes Frühjahr geboren werden, finden Platz als Zuchthengste. Zwei oder drei von zehn kommen noch als Reit – oder Kutschpferde unter. Die meisten aber will zum Ende der Saison niemand mehr haben. Im Herbst, wenn viele der Fohlen erst ein halbes Jahr alt sind, müssen all jene Tiere, die sich nicht für die Zucht eignen und keine Abnehmer finden, vom Hof und werden daher oft versteigert, in Schlachthöfe transportiert und geschlachtet.
Aktuell ist die gnadenlose, unbarmherzige, lebensverachtende Saison der skrupellosen Pferdehändler wieder in vollem Gange, die regelmäßig in einem Blutbad für viele Fohlen (Pferdekinder) endet, denn unter dem Deckmantel der Zucht werden sehr viele prachtvolle, gesunde und unschuldige Fohlen oftmals nur für den Schlachter gezüchtet. Traditionsgemäß werden die Stuten jedes Jahr profitgierig gedeckt. Wer sich von den Pferdeschindern eine Stute im Stall hält, meint auch sogleich damit die Legitimation zum Züchten erworben zu haben. Dadurch landen Fohlen in einem Alter (man kann es eigentlich nicht fassen) von lediglich drei bis sechs Monaten, als Folge einer hoffnungslosen Überproduktion, auf Pferdeauktionen an verschiedenen Orten Süddeutschlands und Österreichs.

Haflinger, Freiberger – und Kaltblutfohlen aus Österreich, der Schweiz und Süddeutschland enden auf diese lebensverachtende Weise jedes Jahr in italienischen Akkord-Schlachthäusern. Die schutzbedürftigen Fohlen werden wie Sklaven nach dem Verkauf erstmals von der Mutterstute auf äußerst dramatische sowie auch brutale Art und Weise getrennt und kaltherzig auf die Transport-LKWs verladen. Sie werden extrem geschlagen, oftmals nicht getränkt, erleiden als Tierkinder Transportverletzungen und sind völlig neuen wie auch widrigen Umständen ausgesetzt – vom Freilauf auf der Alm oft direkt in die italienische Mast in Anbindehaltung! Gemeinsam mit genauso schutzbedürftigen Pferden aus Osteuropa sterben sie beim Erreichen des gewünschten Schlachtgewichtes in Schlachthöfen im Akkord einen sehr grausamen Tod.

Pferde, sowie aber auch andere schutzbedürftige Tiere sind jedoch weder Sport – noch Unterhaltungsgeräte, sondern fühlende Lebewesen, die bedauerlicherweise von völlig profit – und profilneurotisch gesteuerten Menschen viel zu oft zu unvorstellbaren Höchstleistungen gnadenlos missbraucht und ausgebeutet werden. Nun geht es nicht darum, ob Fohlen, Pferde und andere Tiere wie Menschen denken können, sondern es geht einzig und allein darum, dass alle missbrauchten und gequälten Tiere ebenso leiden wie wir Menschen leiden. Und das tun sie – ohne Ausnahme! Aus diesem elementaren Grund sind sich viele Tierfreunde und Tierschützer darüber einig, vehement ein längst überfälliges Zuchtverbot für den Schlachter sowohl in der Schweiz, in Deutschland als auch in Österreich sowie EU-weit einzufordern.
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Die Tierfreunde Rheinmain helfen bei der Vermittlung von Schlachtfohlen und anderen Tieren in Not. Wir möchten verstärkt Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Tierrechte veranstalten.Ausserdem möchten wir die Vernetzung verschiedener Tierrechtsorganisationen und Vereine fördern und unterstützen.